Gesprächsstoff

UNDINE GOLDBERG in der Städtischen Galerie Waldkraiburg

UNDINE GOLDBERG
IM FELLANZUG

Dauer der Ausstellung 29. September bis 20. Dezember 2020

Undine Goldberg (geb. in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin) schafft mit Tusche und Gouache eigenwillige,
intensive Selbstportraits. Sie zeigen die Künstlerin in teils bekannten Posen und Verkleidungen, die diese
jedoch nicht selbst „erfunden“, sondern von großen Vorbildern in der Malerei übernommen hat. Dabei zeigen
die Ausgangsmotive ihrer berühmten Malerkollegen, wie zum Beispiel Vincent van Gogh oder Max Beckmann,
jeweils Männer, in deren Rolle Undine Goldberg nun schlüpft.
Neben diesen besonderen Selbstportraits zeigt die Künstlerin auch eine Auswahl ihrer großformatigen Blumenstilleben.
In den sechs Monaten zwischen der geplanten und der tatsächlichen Eröffnung sind zu diesem
Themenkreis einige herausragende Bilder entstanden, die nun in Waldkraiburg erstmalig der Öffentlichkeit
vorgestellt werden.

Als Bildträger nutzt sie weiße, leichte Stoffe ohne Keilrahmen, die ungerahmt an die Wand gebracht sind.
Zudem verzichtet Undine Goldberg komplett auf einen ausformulierten Hintergrund, der die Blumen oder
Figuren verorten würde. Auch die mehr oder weniger stark aufgelösten Konturen verstärkten den Eindruck,
als würden sich die Figuren in einer Art Schwebezustand befinden. Sie geraten „in ein permanentes Spannungsverhältnis
von Immaterialität und Körperlichkeit“ wie Ester Buss in ihrem Katalogbeitrag schreibt, auch
wenn der eindringliche Blick den Motiven eine große Präsenz und intensive Gegenwart verleiht.
Vielfältige Bezugnahmen machen die Arbeiten von Undine Goldberg auf komplexe Weise lesbar: Als feministische
Aneignung, als Selbstermächtigung, als lustvolle Selbstinszenierung und als Möglichkeit, höchst gegenwärtige
Befindlichkeiten zu thematisieren, die ihrerseits auf das Individuum jenseits der vorgeführten Rollen
zurückverweisen. Dabei bewegen sich die Bilder zwischen starker Selbstbehauptung und sensibler Neuinterpretation.
Undine Goldberg schreibt sich als Frau auf überzeugende Weise in die berühmten Vor-Bilder ein
und deutet diese als weibliche Selbstportraits auf erfrischende und nachdenkliche Weise neu.

 

Städtische Galerie im Haus der Kultur
Braunauer Straße 10
84478 Waldkraiburg
Telefon (0 86 38) 95 93 08
www.galerie-waldkraiburg.de

Öffnungszeiten:
Aktuelle Informationen dazu im Internet oder telefonisch.
Am 1. November (Allerheiligen) geschlossen!
Sonderöffnungszeiten für Schulklassen und Gruppen
auf Anfrage

Für Ihren Besuch gilt eine Maskenpflicht und ein Mindestabstand
von 1,5 Metern.
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