Rund 140 Gäste folgten der Einladung von Athletes for Ukraine und dem KJSW Rosenheim ins TAM Ost. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm Unbroken

„Unbroken“ – Ein Abend über Leid, Hoffnung und Verantwortung.

Ein Land zwischen tiefem Leid, leiser Hoffnung und unerschütterlichem Kampfgeist“ von Verena Meier (RFO). Die Journalistin hatte Anfang Oktober 2025 als Privatperson an einer Hilfslieferung in die Ukraine teilgenommen und ihre Eindrücke filmisch festgehalten.
Bereits zu Beginn machte Thomas Frank, der durch den Abend führte, deutlich, wie sehr sich die Lage vor Ort verschärft hat: Während es zu Beginn des Krieges noch vergleichsweise sichere Regionen gab, erfordere heute jede Fahrt eine kurzfristige und risikobewusste Planung. Der Film dokumentiert eindringlich, was humanitäre Hilfe unter diesen Bedingungen bedeutet – für die Helfenden wie für die Betroffenen.

Kulturelles Rahmenprogramm und konkrete Hilfe
Das Rahmenprogramm unterstrich den Anspruch des Abends, Solidarität nicht nur zu thematisieren, sondern erlebbar zu machen. Die Tanzgruppe Radosteva Studios sowie der in der Ukraine bekannte Sänger Nikita Misniakin setzten künstlerische Akzente. Eine Tombola zugunsten von Athletes for Ukraine erbrachte über 1.000 Euro. Die Mittel fließen direkt in die Beschaffung medizinischer Hilfsgüter.

Klare Worte zur Disqualifikation von Wladyslaw Heraskewytsch
Politische Dimension erhielt der Abend durch ein Statement von Pressereferent Jonah Werner zur Disqualifikation von Wladyslaw Heraskewytsch bei den jüngst beendeten Olympischen Winterspielen. Heraskewytsch hatte einen Helm getragen, auf dem Porträts im Krieg gefallener ukrainischer Wintersportler abgebildet waren. Für diese Geste wurde er disqualifiziert. Werner bezeichnete die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees als bürokratisch und kurzsichtig.
Im anschließenden Gespräch interviewte Werner den Gründer von Athletes for Ukraine, Dr. Jens Steinigen, sowie Marcus Burghardt. Der frühere Radprofi und Etappensieger der Tour de France unterstützt den Verein und dessen humanitäre Arbeit seit Jahren.

Hohe Auszeichnungen für humanitäres Engagement
Im Rahmen der Veranstaltung erhielt Dr. Jens Steinigen zwei bedeutende ukrainische Auszeichnungen: das Weiße Kreuz „Honor et Gloria“ für herausragende humanitäre Hilfe sowie die Medaille des Erzengels Michael der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Beide Ehrungen würdigen den kontinuierlichen Einsatz des Vereins für Hilfstransporte, medizinische Versorgung und konkrete Unterstützung vor Ort.

Breite politische Unterstützung
Grußworte sprachen der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher (SPD), sowie der Rosenheimer Landtagsabgeordnete und Zweite Bürgermeister Daniel Artmann (CSU). Rinderspacher, der selbst mehrfach an Hilfslieferungen beteiligt war, betonte die Bedeutung gelebter Solidarität – sowohl in der Ukraine als auch bei der Integration Geflüchteter in Bayern. Artmann unterstrich, wie stark das Engagement für die Ukraine in Rosenheim verankert sei, gerade im vierten Jahr des Krieges.

Persönliche Einblicke und Austausch
Zum Abschluss wurden die zwölf Teilnehmenden der Hilfsfahrt im Oktober 2025 auf die Bühne gebeten. In kurzen Statements schilderten sie prägende Momente ihrer Reise – Begegnungen, die bleiben, und Situationen, die die Dringlichkeit der Hilfe verdeutlichen.
Das anschließende Get-together bot Raum für Gespräche und Vernetzung. Der Abend zeigte: Humanitäre Hilfe ist keine abstrakte Idee, sondern konkrete Verantwortung – getragen von Menschen, die handeln.

Weitere Informationen zur Arbeit von Athletes for Ukraine und zu Möglichkeiten der Unterstützung finden sich unter:
https://www.athletes-for-ukraine.org/

Foto: Markus Riderspacher (3. von rechts), 3., 4. und 5. v. l.: Verena Meier (Regisseurin), Reka Molnar und Thomas Frank (beide Athletes for Ukraine).

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