Das Immling Festival startet zwar erst Mitte Juni, doch schon seit Ende Januar wird auf den Bühnen und in den Werkstätten intensiv gearbeitet. Vier Opern, eine Kinderoper, ein Musical, zwei große Konzerte und einige Gastspiele stehen auf dem Programm. Das erfordert ein gutes Timing.
Die zweite Premiere der Saison, am 20. Juni, ist Lucia di Lamermmoor von Gaetano Donizetti. Es geht darin um verbotene Liebe, Wahnsinn und eine blutige Hochzeitsnacht. Ein junges Team wird die Oper, in der die Liebe, wie so oft, tödlich endet, auf die Bühne bringen. Ella Marchment führt Regie, Philomena Strack ist für das Bühnenbild verantwortlich und Sascha Thomsen für die Kostüme. Die drei haben im Herbst 2025 in Neustrelitz erstmals sehr erfolgreich zusammengearbeitet.
Ende Februar ist die sogenannte Bauprobe. Klaus Meyer, der technische Leiter des Immling Festivals erklärt, was das ist: „Von der Bühnenbildnerin haben wir Entwürfe bekommen, die versuchen wir für unsere Bühne umzusetzen. Vor dem eigentlichen Bau wird mit einfachen Mitteln wie Holzlatten und Stoff der Entwurf erstellt. Es geht um die visuelle Vorstellung. Lassen sich die Teile, wie gewünscht bewegen? Können die Auf- und Abtritte gewährleistet werden?“
Immer wieder werden die Teile hin und hergeschoben. Lucia wird in verschiedenen Räumen spielen. Es soll ein Jagdzimmer geben, ein Arbeitszimmer, ein Billardzimmer … Da horcht Klaus Meyer auf. „Das müssen wir noch mal überdenken, so ein Billardtisch wiegt schlappe 500 kg und lässt sich nicht mal eben wegtragen.“
Für die Wände hat sich Philomena Strack ein besonderes Material ausgedacht: „Polycarbonat. Es verleiht einen besonderen Glanz und lässt die Räume leicht durchsichtig erscheinen.“
Sascha Thomsen hat sich schon mal im Fundus umgeschaut. Einiges kann er verwenden, manches muss neu angefertigt werden. Weiß und rot werden die bestimmenden Farben werden.
Und auch die britische Regisseurin hat schon klare Vorstellungen: „Lucia ist nicht verrückt, sondern in ihrer ausweglosen Situation am Rande dessen, was sie ertragen kann. Dass sie Arturo ersticht, ist weniger Mord als Ausweg.“ Lucias „Wahnsinn“ sieht sie als Folge von Überforderung, Isolation und Gewalt; ihre traurige Geschichte spiegeln sich in aktuellen Realitäten wider.
Die Bauprobe neigt sich dem Ende zu. Mit den Sichtachsen ist auch der Dirigent zufrieden. Nichts wäre schlimmer, als wenn die Darsteller ihn nicht sehen könnten. Jetzt kann das Bühnenbild in den Werkstätten realisiert werden. Ende April beginnen die Proben für Lucia di Lammermoor und Immling verwandelt sich in eine schottische Moorebene.
Wir freuen uns darauf, Sie bei einer unserer Aufführungen von Lucia di Lammermoor im kommenden Festivalsaison begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team des Immling Festivals
Lucia di Lammermoor in Immling
SA 20.06.2026 – PREMIERE
SO 28.06.2026
SA 11.07.2026
FR 24.07.2026
FR 31.07.2026
Nähere Informationen unter
www.immling.de
Foto: © Mariella Weiss



