Gesprächsstoff

„Radio Rock Revolution“ ala Dettl – ‚Radio Buh‘ erobert das Internet

Was am 15. Februar 2015 in einem urigen, renovierten alten Bauernhaus bei null begann, hat sich mittlerweile zu einer echten Adresse im World Wide Web gemausert – Und das innerhalb kürzester Zeit. ‚Radio Buh‘ erobert im Flug das Internet und das weit über die Grenzen des Chiemgaus hinaus. Hinter dem Namen ‚Radio Buh‘ stecken die Geschwister Evi und Stefan Dettl. Sie, ausgebildete Radiomoderatorin und Reporterin, er, bekannt als Leadsänger und Trompeter der erfolgreichen Blasmusik-Gruppe LaBrassBanda. Wir haben die beiden Radiomacher in Truchtlaching zum Interview getroffen, gewohnt lässig, sympathisch und herrlich natürlich.

Wann kam wem, wie die Idee zu Radio Buh?

Stefan: „Wir haben 2011 ein Magazin gegründet, die ‚MUH‘. Die Leute mit denen ich das gemacht habe, waren früher für den Musikexpress tätig. Irgendwann kam die Frage auf, ob sie mit dem Magazin nach Berlin gehen. Sie wollten aber lieber da bleiben. Daraufhin habe ich gesagt, macht’s hald ein eigenes Musikmagazin. Dann haben wir das einfach gegründet. Mittlerweile sind es fast 80 Autoren, die freiberuflich für die ‚MUH‘ schreiben, bei einer Auflage von gut 20.000 Stück. Zwei Festangestellte koordinieren das Ganze. Durch dieses Magazin war ziemlich schnell klar, dass wir auch ein Radio brauchen, um die Musik zu spielen.“

Wie habt ihr diese Idee umgesetzt? Was gehört alles zu einem Radiosender dazu?

Stefan: „Der Film ‚Radio Rock Revolution‘ hat uns inspiriert. Da gibt es in den 1960er Jahren ein paar Typen in England, die mit der Radiolandschaft sehr unzufrieden sind. Die senden dann von einem Schiff ihre eigene Musik. Thomas Gottschalk, während seiner Zeit als Radiomoderator bei Bayern 3, ist ein echtes Vorbild für uns. Das Wichtigste, was man zum Radio machen braucht, ist Leidenschaft. Wir mischen sehr viele verschiedene Musikrichtungen, die ganz bewusst auch mal nicht zusammenpassen. Wir spielen auch gerne bekannte Stücke, versuchen sehr viel Verschiedenes zu spielen und wenige Lieder zu wiederholen. Für uns selbst ist es auch so, dass wir viele Lieder neu entdecken. Auch Klassik kann cool und schön sein, gerne auch alte Stücke. Die Moderatoren können sich mit der Musik identifizieren. Wir suchen Musik aus und erzählen Geschichten. Für uns ist es wichtig, dass man sich nicht abheben muss. Dass man selber schaut, was man meint und das ist dann das Richtige.“

Wer ist ‚Radio Buh‘?

Evi: „Ich bin Vollzeit da und versuche das Ganze zu händeln, koordiniere die Sendungen und mache das Programm. Es gibt auch einen Radiorat und einen Geschäftsführer. Unterstützt werde ich von anderen Musikern und Freunden, die Lust haben eine eigene Sendungen zu machen. Ganz alleine schaffe ich das gar nicht. Mittlerweile sind es ungefähr 30 Ehrenamtliche, die an der Sendung beteiligt sind. Darunter nicht nur Künstler und Musiker, sondern auch Musikbegeisterte, wie ein Österreicher, Mitte 50, der macht auch immer ganz coole Sendungen und liefert zu. Ich habe auch schon ein paar Mal jemanden hier her eingeladen.“

Wer ist für den Namen verantwortlich? Für was steht der Name?

Evi und Stefan durcheinander: „Es ist einfach eine Abwandlung von Muh. Ist in einer lustigen Runde entstanden und hat ganz gut zu uns gepasst. Ist praktisch, weil es auch international geht und leicht auszusprechen ist. Es hat außerdem mehrere Bedeutungen, das ist gar nicht so schlecht. Es war kurz mal ein Arbeitstitel, jetzt ist es unser Name. Eigentlich fragen uns auch nicht viele nach der Bedeutung.“

Was ist das tolle am Radio machen?

Evi: „Ich habe auch schon vorher Radio gemacht, zuletzt bei der Bayernwelle Südost. Ich habe eine Radioausbildung. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht für‘s Radio zu schreiben, zu sprechen und auch aktuelle Nachrichten zu produzieren. Jetzt habe ich mehr mit der Musik zu tun, das ist das Spannende. Ich bin jetzt auch nicht so eine Rampensau, die auf der Bühne stehen will. Hier kann ich mit meiner Stimme spielen und weiß, dass mir Leute zuhören. Das ist schön. Radio ist ein tolles Medium, das Spaß macht, vor allem, wenn dann auch was zurückkommt. Oft fragen die Leute, was ist das für ein Stück? Das Feedback ist toll, ich darf anderen Leuten Musik näher bringen.“

Wie ist die Zusammenarbeit unter Geschwistern?

Evi: „Es ist wahrscheinlich ehrlicher, als bei einem normalen Arbeitsverhältnis. Wir reden über viele Sachen, es ist relativ entspannt. Wir haben als Kinder auch schon gemeinsam Radiosendungen aufgenommen, damals noch auf Kassettenrekorder. Eigentlich kommen wir schon aus. Bei Sendungen merkt man, dass ich der Radiomensch bin. Stefan macht es frei, da bin ich manchmal schon nervös. Aber es ist ganz lustig. Die Sendungen, die wir zusammen machen sind ganz gut.“

Stefan, vervollständige diesen Satz: „Die Evi ist…“

Stefan: „Ich kenne keinen anderen Menschen, der so ist. Schwierig, nett, einzigartig und ganz ein besonderer Mensch.“ (Kommentar von Evi: „War ja klar, das schwierig wieder zuerst kommt.“ (lacht))

Evi, vervollständige diesen Satz: „Der Stefan ist…“

Evi: „Der Stefan ist verrückt, ideenreich und großzügig.“

Wie viele Stunden geht euer Programm?

Evi: „Wir strahlen 12 Stunden aus. Täglich von 11-23 Uhr. Unsere Live-Sendung dauert drei Stunden. Zwei Stunden moderiere ich, eine Stunde wird von einem Gast gestaltet. Die findet normal von 14-17 Uhr statt und wird dann nochmal von 20-23 Uhr wiederholt. Am Samstag wiederholen wir meistens was, sonntags haben wir immer unsere Topstars.“

Stefan: „Wir wollen jetzt auch unser Team aufstocken, weil die Leute es so gut annehmen und Radio Buh Partys veranstalten.“

Evi: „Und wir sind jetzt dann auch an einem Sonntag im Monat für drei Stunden auf Radio Feierwerk zu hören.“

Mehr über das Team von ‚Radio Buh‘ und über ‚Radio Buh‘ an sich, gibt´s in der Juniausgabe des Rosenheimer Journals zu lesen. Wir freuen uns drauf und sagen DANKE für das herzliche Gespräch und weiterhin VIEL ERFOLG!

Reinhören lohnt sich!!! www.radiobuh.rocks